Cord


Cord wurde anfangs auch als Manchesterstoff bezeichnet, abgekürzt als "Manchester" setzte sich die Stoffbezeichnung bis ins Russische durch. Vermutlich wurde Cord in Manchester im 18. Jahrhundert erfunden. Je nach Region ist auch die Bezeichnung Schnürlsamt gebräuchlich.

Die Bezeichnung Cord selbst kommt als Abkürzung des englischen Begriffs "Corduroy" von dem französischen Begriff "Cord du roy", als soviel bedeutet wie Stoff des Königs. In Frankreich setzte sich aber diese Bezeichnung nicht durch, hier erhielt der Stoff die Bezeichnung "Velours cotele".


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Es handelt sich bei Cord um ein samtähnliches Gewebe, welches jedoch in seiner Struktur durch mehr oder weniger tiefe Längsrippen gekennzeichnet ist. Feine und schmale Rippen bei leichterem Stoff sind unter der Bezeichnung Babycord bekannt, etwas gröber in der Ausführung ist der Feincord und mit richtig breiten Rippen (ähnlich wie bei Wellpappe) wird der Cord als Breitcord bezeichnet. Wenn der Stoff verblichen und abgewetzt aussieht, also in der Optik wie "getragener" Stoff anmutet, nennt man ihn Antikcord.

Trotz seiner herrschaftlichen Bezeichnung wurden Cord bzw. Manchester zunächst nur von ärmeren Leuten und britischen Arbeitern in Form von Arbeitskleidung getragen. Cord war also ein Kleidungsstück für die Unterschicht. Jungen trugen im 19. Jahrhundert abgeschnittene Cordhosen vom Vater. So bürgerten sich auch die kurzen Hosen bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein als Schuluniform in England, Frankreich und den USA (Knickerbocker) ein.
In den 3 Ländern wurden die meisten Kleidungsstücke aus Cord gefertigt, jedoch verbreitete sich Cord erst in den 70er Jahren, als auch hierzulande Cord-Anzüge aufkamen. Farblich war Cord bis in die 50er Jahre vorwiegend grau, blau oder dunkelgrün gehalten. Heute sind eher die Braun- und Beige-Farbtöne bei Cord verbreitet.
Je nach der Qualität des Stoffes oder Struktur gibt es verschiedene Bezeichnungen: Grob unterteilen kann man die Struktur von Cord in den sehr feinen und leichten Babycord, den gröberen Feincord oder den wie Wellpappe aussehenden Breitcord. Wenn der Schnürlsamt abgewetzt aussieht, verwendet man oft die Bezeichnung Antikcord.
Wanderer in Deutschland entdeckten die wärmenden und leichten Cord Bekleidungsstücke, auch französische Pfadfinder nutzten die guten Trageeigenschaften des Stoffes für Anzüge.
Zimmerleute trugen auf Wanderschaft ("Walz") die schwarze Zunftkleidung in Form von Cord-Hose und Weste als Arbeitsbekleidung.

Heutzutage gibt es Latzhosen und -röcke aus Cord vorwiegend im Bereich der Schwangeren und der Kinderbekleidung. Je nachdem, welche Mode gerade "hip" ist, gibt es immer wieder Bewegungen bei der Erwachsenenmode in Richtung Baby- und Feincord oder in Richtung Breit- bzw. Antikcord. Längst ist der Stoff salonfähig geworden und kann zu allen legeren Gelegenheiten getragen werden.
Dabei werden Baumwoll- und Synthetik-Fasern bei der Cord Herstellung genutzt, die gemischt werden. Obwohl Cord robust und stabil ist, sollte er dennoch vorsichtig gewaschen und gepflegt werden.


Siehe dazu auch: Stricken Wolle Leinen Filz Nähen Baumwolle Seide Satin Spitze Fleece Dekostoffe Stretch Gardinenstoffe Scheren Burda Schnittmuster Sockenwolle Reißverschluss Schurwolle Stoffversand